Food Fraud: Burger befragt Landesregierung zu Lebensmittelbetrug

Unter Food Fraud versteht man im Allgemeinen das Inverkehrbringen von Lebensmitteln mit dem Ziel, durch vorsätzliche Täuschung einen finanziellen oder wirtschaftlichen Vorteil zu erlangen. Das Thema gewinnt zunehmend an Bedeutung, zuletzt in Medienberichten über italienisches Tomatenmark, das in China produziert wurde. Der Sigmaringer Landtagsabgeordnete Klaus Burger, der Mitglied im Ausschuss des Landtags für Ländlichen Raum und eben auch für Verbraucherschutz ist, hat sich in der letzten Plenarsitzung mit einer Mündlichen Anfrage an die Landesregierung gewandt, um zu erfahren, welche Maßnahmen zur Bekämpfung von Food Fraud in Baden-Württemberg ergriffen werden. "Die Verschleierung der Herkunft von Lebensmitteln ist Verbrauchertäuschung und kann sicher nicht hingenommen werden," sagt Klaus Burger. Ihm mache Sorgen, dass der organisierte Lebensmittelbetrug durch das organisierte Verbrechen ständig zunehme. "Experten schätzen, dass sich durch Lebensmittelbetrug mehr Geld erwirtschaften lässt als durch Drogenhandel. Bis zu 10 Prozent der im Einzelhandel verkauften Lebensmittel seien schlichtweg Fälschungen. Der jährliche wirtschaftliche Schaden beträgt zwischen 10 und 15 Milliarden US-Dollar." Die Staatssekretärin im Ministerium Ländlicher Raum und Verbraucherschutz, Friedlinde Gurr-Hirsch MdL, erläuterte im Rahmen der Antwort der Landesregierung, dass das Europäische Parlament auf derartige Fälle bereits reagiert habe, so dass ab dem nächsten Jahr bereits falsche Anspielungen bezüglich der Herkunft der Hauptzutat ohne ausreichende Kenntlichmachung nach der Lebensmittelinformationsverordnung verboten sind. Baden-Württemberg sei zudem Teilnehmer des Food-Fraud-Netzwerks, wodurch ein rascher Austausch ermöglicht worden sei. Darüber hinaus habe das Land 88 neue Lebensmittelkontrolleure eingestellt, um dieser Thematik nachzugehen. Die Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter im Land könnten mittlerweile sogar nachweisen, ob eine Schwarzwaldforelle tatsächlich im Schwarzwaldwasser großgezogen worden sei. Seit 2015 gäbe es im Land eine Task Force, das Landeskontrollteam Lebensmittelsicherheit, das interdisziplinär und überregional arbeite. Apfelsaft und Fleisch würden ebenso auf Regionalität überprüft wie die Echtheit von "Heimischem Spargel". In den Jahren 2015 bis 2018 habe es auch etliche Komplettfälschungen gegeben, gerade bei Olivenöl. "Das so etwas auffliegt ist sehr wichtig. Sonst geht das Vertrauen der Bürger verloren," betont Klaus Burger. "Ich bin froh, dass das Thema Lebensmittelsicherheit bei uns im Land einen hohen Stellenwert hat und auch das Europäische Parlament auf das Thema Food Fraud reagiert hat", so Burger abschließend.